Mein Leben als Schatten
Kolumne

Kolumne: Mein Leben als Schatten #3

Meine Kehle schnürt sich mir zu.
Mir wird kalt und heiß zugleich.
Mein Herz klopft gegen meine Brust.
Mein Magen verkrampft sich.
Es ist wieder soweit.

Eine Panikattacke.
Sie reißt mir den Boden unter den Füßen weg.
Nimmt mir die Luft zum Atmen.

Unkontrolliert schnappe ich nach Luft.
Versuche meine Gedanken zu ordnen.
In den Griff zu kriegen.
Ringe nach Luft.
Schnappatmung.

Angst. Nackte Angst. 
Angst, dass es zu viel wird.
Angst, nicht mehr klar zu kommen.
Angst, mich selbst zu verlieren.
Auch wenn es nur für einen Augenblick ist. 
Angst, mir wieder weh zu tun.

Ich versuche diese Angst zu kontrollieren.
Sie umzuleiten.
Sie nicht an meinem Handgelenk auszulassen.
Auch wenn das für einen Moment die Angst und Panik dorthin verschiebt.
Ich muss sie kontrollieren. 

Ruhig atmen.
Ganz ruhig.
Gleichmäßig.
Tief durchatmen.
Am offenen Fenster.
Frische Luft.
Am besten kalt.
Sie strömt durch meine Lunge.
Meine Atmung normalisiert sich etwas.

Keine Konzentration auf eine Umleitung des Schmerzes oder der Angst. 
Ruhig atmen. Ganz ruhig.

Gefühle kommen in Wellen.
Und Wellen brechen über einen ein und gehen vorbei. 
Sie weichen langsam zurück. 
Man muss es nur aushalten.

Ruhig atmen. Im Takt.
Der Herzschlag normalisiert sich wieder.
Die Krämpfe im Magen gehen zurück.
Die Welle ebbt ab.

Ruhig atmen.
Von ganz alleine.
Es ist vorbei. 
Die Welle ist vorüber. 

Ich bin klitschnass, aber habe sie überstanden.
Erneut.
Ich lebe noch.
Ohne Kratzer und Schürfwunden.
Ich atme ruhig. 

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