Kolumne

Der (etwas holprige) Weg zu einem positiven Mindset oder: Tanz mit dir selbst!

Gestern hatte ich zu nichts Lust und musste mich zu allem zwingen. Geschafft habe ich dementsprechend ziemlich wenig – ich muss mich an dieser Stelle extrem zusammenreißen, nicht „zu wenig“ zu schreiben. Denn, klar – es wäre schön und wichtig, ein wenig schneller voranzukommen, mir wieder eine Routine zu schaffen und mir selbst eine Struktur zu geben. Das hilft mir nämlich sehr.

Die kurze Zeit, in der ich bereits um 5 Uhr aufgestanden bin, hat mir echt gut getan und für mich hat das frühe Aufstehen erstaunlich gut funktioniert. Da würde ich gern wieder hin finden, denn dann bin ich produktiver, aktiver und fühle mich insgesamt wohler.

Doch ich möchte mich nicht unter Druck setzen, denn Zwang führt lediglich zu noch mehr Unwohlsein und bringt mich nicht weiter, im Gegenteil.

Ich möchte mich behutsam dorthin führen, wo ich wirklich sein möchte. Letztendlich bedeutet das: zu mir.

Ich mache das für mich und muss niemandem etwas beweisen – daher setze ich mir kleine, erreichbare Ziele.

Heute Abend möchte ich früh schlafen gehen, um morgen – möglichst ohne Wecker – auch wieder früh aufzustehen. Ich bespreche solche Pläne auch mit meinem Freund, damit wir gemeinsam an einem Strang ziehen können. Dann fällt es leichter und wir wissen ja beide: damit ging es uns so viel besser! Das hilft, um sich gegenseitig zu motivieren.

Zwei Affirmationen möchte ich mir heute mit auf den Weg geben:

Die erste erinnert mich daran, dass ich auf meine innere Uhr vertrauen darf:
Ich gehe früh schlafen und wache intuitiv auch früh auf. Ich bin fit und ausgeruht.

Die zweite bezieht sich darauf, dass ich an Regentagen häufig noch mehr mit meiner Motivation zu kämpfen habe als sonst schon. Diese zu formulieren, ist mir äußerst schwer gefallen.
Meine Stimmung und was ich tun kann, ist vom Wetter unabhängig.“ – Ah, halt, das ist eine negative Formulierung. Wie stelle ich das so um, dass ich auf Negatives verzichten kann?
Das Wetter schränkt mich nicht ein.“ – Mist, schon wieder ein „nicht“ im Satz.
Das Wetter ist, wie es ist. Und ich bin, wie ich bin und tue, was ich tun möchte.“ – Schon besser. Aber irgendwie so umständlich…
Einige Versuche später…
Ich kann bei jedem Wetter glücklich sein und schöne Dinge unternehmen.“ – Schon besser, aber ich würde gern auf Modalverben wie „kann“ verzichten.
Ich darf“ ist auch so eine Modal-Aussage. Hmm…
Ich habe keinen Grund, mich über das Wetter zu ärgern. Das ist etwas, das ich nicht beeinflussen kann. Aber meine Einstellung dazu kann und möchte ich ändern!“ – Schon wieder alles voller Modalitäten und Negationen, manno…
Irgendwann hat es „klick!“ gemacht. Schließlich lautet meine Affirmation:
Ich bin bei jedem Wetter glücklich und aktiv.

Puuuh. Endlich. Das hat gedauert. Ich finde es krass, wie lange ich gebraucht habe, um diesen simplen Satz so zu formulieren, dass er positiv ist! Daran stelle ich mal wieder fest, wie sehr mein Gehirn immer noch negativ gepolt ist. Jahrelang haben sich negative Muster manifestiert, Furchen geschlagen in meinen Nervenbahnen und jeder einzelnen Zelle. Tiefe Spuren hinterlassen.

Klar, dass ich diese nicht von heute auf morgen mit neuer Erde auffüllen kann.

Genauso klar ist, dass ich nicht grundsätzlich glücklich sein muss, um mich selbst zu lieben. Egal, bei welchem Wetter. Aber dazu sind positive Affirmationen ja da: Um mein Gehirn Stück für Stück auf die guten Dinge einzustellen. Und dabei helfen positive Formulierungen enorm.

Die Bewusstheit über meine negativen Denkmuster hilft mir sehr, diesen entgegen zu treten und laut zu sagen: „Ich möchte das nicht mehr.“ Ich möchte mich umpolen, mehr auf die positiven Dinge schauen.

Das ist wie der Endgegner in einem Spiel – mit dem Unterschied, dass ich nun erkannt habe, dass dieser Endgegner ich selbst bin und das, was in meinem Kopf passiert.

Da fahre ich natürlich andere Geschütze auf als die Waffen und die Kampfeslust, mit denen ich solch übermächtigen Gegnern sonst begegne. Ich entscheide mich für die sanfte, liebevolle Art. Ich möchte die Narben der Negativität in meinen Zellen nicht mit dem Spaten bearbeiten und Geröll hinein kippen. Nein, ich möchte fruchtbaren Boden ausbringen, Samen säen und schließlich den Blumen und Früchten beim erblühen und gedeihen zusehen.

Ich möchte mich über den Regen freuen, denn er sorgt dafür, dass meine innere Flora zu einer bunten Pracht heranwachsen kann.

Ich möchte lernen, im Regen zu tanzen, statt im Sturm unterzugehen oder zu warten, bis er vorüber gezogen ist.

Ein Sprichwort, das mich schon sehr lange begleitet, lautet: „Umarme deinen Feind – das macht ihn bewegungsunfähig!

– Und wenn dieser Feind du selbst bist? Umarme dich und lade dich ein, zu tanzen. Dich zu bewegen, statt auf der Stelle zu treten.

Denn nicht umsonst steckt in der Selbstakzeptanz das Wörtchen „TANZ“!

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